Lexikon der Spirituosen

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Absinth

die wohl am meisten missverstandene Spirituose der Welt.
Absinth (französisch: Absinthe) ist ein alkoholisches Getränk, welches Wermut, Anis und andere Kräuter enthält. Im besten Falle ist es ein Destillat aus diesen Stoffen, welches nach der Destillierung einen Alkoholgehalt von 68% Vol. hat. Auch Alkoholgehalte von 42% Vol. bis 78% Vol. stellen keine Seltenheit dar. Wobei jedoch 60% Vol. die klassische untere Qualitätsgrenze darstellt.
Traditionelle Absinthe sind oft farblos bis leicht grünlich. Markante bzw stechende Farbnuancen werden oft künstlich erzeugt. Jedoch sagt die Farbe nichts über seine Qualität aus.
Absinthe vollkommen ohne Anis sind strenggenommen keine Absinthe. Auch befindet sich in der ursprünglichen Rezeptur kein Zucker, wobei eine leichte Vorzuckerung noch kein Hinweis auf ein schlechte Qualität sein muss. Viele moderne Absinthe, welche aus Mazeraten oder Ölmixen (so nennt man das einweichen von Kräutern in Alkohol) bestehen, nennen sich zwar Absinth, werden aber in Fach- und Sammlerkreisen sowie guten Bars als minderwertig angesehen.
Absinth ist volkommen legal und enthält reglementierte Mengen an Thujon. Dieser Stoff findet sich in dem Wermutkraut wieder und gelangt über dieses dann auch in den Absinth. Seriöse Hersteller achten nicht auf einen hohen Thujongehalt und versprechen keinen Rausch. Das Märchen um den Thujonrausch ist nichts weiter als eine Marketingstrategie zwecks Steigerung der Verkaufszahlen und um der Spirituose ein besonderes Image angedeihen zu lassen. Für gewöhnlich schwankt der Thujongehalt je nach Ernte des Wermutkrautes und hält sich weit unterhalb der gesetzlichen Grenzen auf. Der Zusatz von Wermutölen zwecks konstantem und auch höherem Thujongehalt ist ebenso unsinnig. Wohl eine der ältesten Absinth-Rezepturen die heute noch Anwendung findet ist von Tabu-Absinth der Classic Strong, dieser wird nach einem alten hauseigenem Rezept der Familie Rauter hergestellt.

Allasch

Unter Allasch wird ein unter Verwendung von Kümmeldestillat hergestellter Kümmellikör verstanden, der sich durch hohen Alkoholgehalt, ein starkes reines Kümmelaroma und einen reichlichen Zuckerzusatz auszeichnet. Mindestalkoholgehalt: 30% Vol.

Angostura

Das ist die Bezeichnung für einen Stark-Bitteren, benannt nach der venezolanischen Stadt Angostura (jetzt Ciudad Bolivar). Der Angosturabitter ist ein sehr extraktreicher Bitter und deshalb nur auf dem Auszugsweg herstellbar. Er ist reich an allerlei Vegetabilien, sehr stark aromatisch-würzig, von intensiv bitterem Geschmack und dabei nur wenig gesüßt. Trotzdem ist der führende Geschmack der Angosturarinde unverkennbar und wird auch durch den Anteil an cumarinhaltigen Tonkabohnen (Verwendung in Deutschland verboten!) unterstützt. Charakteristisch ist die leuchtend braunrote Farbe, die durch einen verhältnismäßig großen Gehalt an rotem Sandelholz erzielt wird. Das Sandelholz hat aber nur einen Farbwert.

Anis

Eine Spirituose mit Anis darf als Anis bezeichnet werden, wenn ihr charakteristisches Aroma ausschließlich von Anis und/oder Sternanis und/oder Fenchel herrührt. Mindestalkoholgehalt: 35% Vol., bei einer Spirituose mit Anis (ausgenommen Ouzo, Pastis) 15% Vol.

Aprikosenbrand

Beim Aprikosenbrand aus frischen Früchten handelt es sich um einen Edelbranntwein. Das volle, liebliche, harmonische Steinobstbukett tritt darin in seltener Reinheit ohne jede fuselige Nuance hervor. Das spezifische Aroma der Frucht kommt nur im Nachgeschmack zur Geltung, trotzdem ist die Spirituose von besonderer Eigenart, die gerade in der Harmonie der einzelnen Geschmackskomponenten, der Reinheit und der Fülle des Bukett besteht. Das Nationalgetränk der Ungarn ist ein Aprikosenbrand, der in Deutschland eher eine bescheidene Rolle spielt. Es handelt sich um den "Barack Palinka" (sprich: Baratschk). Mindestalkoholgehalt: 37,5% Vol.

Aquavit

Der Name Aquavit wird von lat. "aqua Vitae" (Lebenswasser) abgeleitet. Aquavit bzw. Akvavit gehört zu den Spirituosen mit Kümmel. Es ist die typische Spirituose Dänemarks ("Dansk Akvavit) und der übrigen skandinavischen Länder. In Italien wird unter Aquavit Branntwein allgemein verstanden. Mindestalkoholgehalt: 37,5% Vol.

Arrak

Arrak ist ein Branntwein, der durch Vergären und Destillieren von Reis, Zuckerrohrmelasse oder zuckerhaltigen Pflanzensäften gewonnen wird und durch den im Ursprungsland üblichen Herstellungsvorgang diejenigen charakteristischen Eigenschaften erhält, die beteiligte Verkehrskreise von einem Arrak erwarten. Arrak-Verschnitt ist eine Mischung von Arrak mit Alkohol anderer Art. Der Anteil an Alkohol aus Arrak muss mindestens 10 % des Gesamtalkohols des trinkfertigen Erzeugnisses betragen.

Aufgesetzter

Aufgesetzter, früher überwiegend im Haushalt in Westfalen hergestellt, wird entweder durch Aufsetzen von schwarzen Johannisbeeren in Sprit oder Korn oder durch Mischen von Sprit oder Korn mit dem Saft von schwarzen Johannisbeeren gewonnen.

Bacardi

siehe Stichwort Rum

Bärenfang

Bärenfang bzw. Petzfang ist ein Honiglikör, der in Ostpreußen bzw. Königsberg beheimatet ist. Er besteht im wesentlichen aus Honig und Primasprit. Auf den Zusatz von Gewürzen, der in manchen Rezepten vorgeschrieben ist, kann ganz verzichtet werden. Je besser der Honig und je reiner der verwendete Alkohol, desto besser wird der Likör schmecken. Mindestalkoholgehalt: 15% Vol.

Bénédictine/Benediktiner

Französischer, aromatisch, kräftiger, goldfarbener Likör, in allen Erdteilen bekannt. Zur Herstellung des Bénédictine-Likörs benötigt es mindestens 27 verschiedene Pflanzenarten (Ysop, Melisse, Koriander, Engelwurz, Thymian, Nelken, Safran, Zimt, Muskatnuss, Frauenhaar aus Pakistan, Bisamstrauch vom Äquator...) Das große Geheimnis bei der Herstellung dieses Likörs liegt in der exakten Abgewogenheit bei der Mischung von Pflanzen, Früchten und Gewürzen. Alkoholgehalt: 43% Vol.

Berliner Kümmel

Eine in die Klasse der Kümmelbranntweine oder Kümmelliköre einzureihende Spirituose, deren Extraktgehalt zwischen dem des Aquavits und dem Allaschs zu liegen pflegt. Die Bezeichnung Berliner Kümmel ist eine geschützte geographische Herkunftsangabe für einen Kümmellikör. Mindestalkoholgehalt: 30% Vol.

Bittere

Bittere sind Spirituosen mit vorherrschend bitterem Geschmack, die durch Aromatisieren von Neutralalkohol mit natürlichen und/oder naturidentischen Aromastoffen oder -extrakten gewonnen werden. Gemeinsam ist allen Bitteren der herbbittere Geschmack und bei vielen die behauptete Heilwirkung für den Magen zum Beispiel. Ansonsten sind die Bitteren variabel im Alkoholgehalt und lassen sich auf keine gemeinsamen Grundstoffe zurückführen. Wurzeln, Rinden und Blätter spielen eine große Rolle bei der Verarbeitung. Hinweise auf die heilenden Kräfte von Bitteren sind, wie bei den Spirituosen allgemein, nach den deutschen Vorschriften untersagt. Erlaubt ist hingegen der Hinweis auf die verdauungsfördernde und/oder appetitanregende Wirkung von Bitteren, was zum Beispiel die Bezeichnung von Magenbitter oder Magenlikör rechtfertigt. Mindestalkoholgehalt: nach EG-Recht nur 15% Vol., allerdings liegt er in Wirklichkeit viel höher.

Bommerlunder

Feiner würziger Aquavit, der weit über die Grenzen Deutschlands bekannt und geschätzt ist. Die Spirituose wird gewonnen, indem Neutralalkohol, Kümmel und/oder Dillsamen sowie die anderen Geschmacksstoffe (z.B. Koriander, Nelken, Zimtrinde, getrocknete Zitronenschalen) zugegeben werden und dieses Gemisch destilliert und rektifiziert wird. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5% Vol.

Boonekamp

Boonekamp ist ein echter Vertreter der Bitterspirituosen. Der Geruch ist aromatisch-würzig, leicht lakritzenartig. Der Geschmack sollte zunächst lakritzenhaft-süßlich und von einem kräftig-aromatischen extraktiven Gewürzcharakter gekennzeichnet sein, der in eine sehr starke bittere Geschmacksnote mit leicht wärmend-brennendem Typ ausläuft. Boonekamp gehört zu der Gruppe der magenfreundlichen Kräuterphantasien, deren Inhalte und Dosierung der Kräuter, Wurzeln und Rinden sich im Laufe der Jahre den Käuferwünschen und Entdeckungen anpassten. Alkoholgehalt: 40% Vol

Borovicka

ist ein in Osteuropa üblicher, hocharomatischer wasserklarer Wacholderlikör (45 - 50% Vol.). Er zählt im Inland zu den Gewürzlikören

Bourbon Whisky

Bei Bourbon handelt es sich um einen der sehr vielen amerikanischen Whiskysorten. Bourbon weist ein besonders kräftiges und intensives Aroma auf und eignet sich vorzüglich zu Mischgetränken, insbesondere mit Fruchtsäften wie Zitronen- und Orangensaft, lässt sich aber auch hervorragend mit Ginger Ale, Cola, Tonic Water, Zitronenlimonade usw. mischen. Mindestalkoholgehalt: 40% Vol

Brandy

Aus dem mittelalterlichen niederdeutschen Begriff "brendewin" für Branntwein wurde im Schwedischen "brännvin", im Holländischen "brand vijy" und im Englischen "brandy vine". Im Zeitalter der Abkürzungen, im 20. Jahrhundert, entstand daraus der Begriff "Brandy". Die Abkürzung bedeutet nichts anderes als "Brannt", "Gebrannt". Der Begriff "Brandy" ist in seiner ursprünglichen englischen Bedeutung entsprechend mit Weinbranntwein gleichzusetzen und wird in den meisten Fällen auch gleichgesetzt. Der Brandy-Begriff wird aber auch auf Branntweine angewandt, die aus anderen Stoffen als Wein stammen, also keine Weinbranntweine darstellen. Eine Änderung des Brandy-Begriffes ist bereits vor Jahrzehnten eingetreten, indem er sich von der ursprünglichen Bedeutung entfernte. Es ist heute auf dem internationalen Getränkemarkt üblich, unter dem Namen "Brandy" ohne jeden weiteren Zusatz im allgemeinen einen Weinbranntwein zu verstehen.

Calvados

Der Name des französischen Departements Calvados in der Normandie bildet die nach französischem Recht geschützte Bezeichnung für den im Gebiet der Normandie, der Bretagne und des Maine erzeugten Brand aus Apfelwein. Seine Bernsteinfarbe und sein besonderes Bukett erhält er durch Lagerung in Eichenholzfässern. Er hat oft 50 % Alkohol oder mehr. Calvados ist eine geschützte geographische Herkunftsangabe.

Campari

Aromatisches Getränk aus Kräutern, Wuzeln und Früchten mit angenehm bitterer Note. Auf seinem Flaschenetikett steht die Bezeichnung "Bitter" ohne jedoch ein Magenbitter zu sein. Campari mit relativ niedrigem Alkoholgehalt von 25% Vol. einerseits und exotischen Zutaten andererseits ist ein äußerst anpassungsfähiges Getränk. Nicht nur in den klassischen Kombinationen "on the rocks", "mit Soda", "mit Orange" oder "mit Sekt" ist er zu einem Synonym geworden für eine Trinkkultur eigener Prägung. Seine Vielseitigkeit fordert zum Mixen geradezu heraus. So hat es sich zum Beispiel gezeigt, dass Campari mit tropischen Säften und Zutaten ausgezeichnet harmoniert.

Cassis

Fruchtsaftlikör aus dem Saft der schwarzen Johannisbeere. Der französische provinzielle Ausdruck cassis bezeichnet zunächst die schwarze Johannisbeere, sodann in Frankreich einen durch Ansetzten schwarzer Johannisbeeren mit Agraralkohol und Zucker gewonnenen Likör Mindestalkoholgehalt: 15% Vol.

Chartreuse

Ein international bekannter Name unter den Kräuterlikören ist der französische Chartreuse. Für den Chartreuse-Likör werden 130 verschiedene Heilkräuter und Würzpflanzen, wie Arnika, Angelika oder Thymian, Melisse, Muskat, Pfefferminz, Gewürznelke, Tannenknospe u.a. benötigt, die zum großen Teil aus dem bewaldeten Bergmassiv in der Nähe von Grenoble stammen. Nur drei Mönche des Klosters, das heute Saint-Pierre de Chartreuse heißt, kennen jeweils das Rezept. Auch die für den Alkohol benötigten Weine werden von den Mönchen selbst angepflanzt. Der kräftige grüne Chartreuse, das "grüne Feuer", wurde 1832 während der Choleraepidemie in Frankreich als Heilmittel verwendet. Er soll außerdem verdauungsfördernd sein. Der gelbe Chartreuse ist süßer und milder. Beide reifen rund fünf Jahre in großen Eichenfässern zum exquisiten Bouquet heran. Der Alkoholgehalt beträgt beim grünen Chartreuse 55% Vol., bei der gelben Variante 43% Vol.

Cherry-Brandy

Eine besondere Art Kirschlikör ist der Cherry-Brandy. Er ist im wesentlichen eine Zubereitung aus Kirschsaft, Kirschwasser, Zucker oder Stärkesirup, Sprit und Wasser. Er muss einen genügenden Gehalt an Kirschsaft und Kirschwasser haben, um den Geruch und Geschmack dieser Stoffe erkennen zu lassen.

Cognac

Die Bezeichnung Cognac ist durch das deutsch-französische Abkommen vom 08.03.60 geschützt. Als Cognac darf somit nur ein französischer Branntwein bezeichnet werden, der alle nach französischem Recht gestellten Anforderungen hinsichtlich Herstellungsbereich, Rohstoff, Destillationsweise. Lagerung und Mindestalkoholgehalt erfüllt. Der Herstellungsbereich umfasst die beiden Departements Charente und Charente-Maritime, als Ausgangsrohstoff dient Wein, der ausschließlich aus bestimmten weißen Rebsorten ohne jede Anreicherung gewonnen wurde. Die Mindest-lagerdauer beträgt 30 Monate, eine darüber hinausgehende Alterung kann durch zusätzliche Angaben in der Etikettierung kenntlich gemacht werden. Die gesamte Herstellung einschließlich der Abfüllung geschieht im genannten geographischen Herstellungsbereich. Mindestalkoholgehalt: 40% Vol.

Cointreau

Bei Cointreau handelt es sich um einen bekannten französischen Marken-Likör, der besonders bei uns in Deutschland großen Anklang gefunden hat. Er ist nicht klösterlicher Herkunft. Es war um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, als dieser Likör Furore machte und zwar nicht nur in Frankreich selbst. Auf allen internationalen Messen wurde der 40prozentige Cointreau-Likör schon präsentiert (über 60 Goldmedaillen). In weit über 200 Länder wird er heute abgesetzt. In vielen Ländern bestehen heute eigene Niederlassungen. Der Cointreau-Likör wird seiner Art nach als herb und curacaoartig bezeichnet. Er ist in Angers an der Loire, dem südwestfranzösischen Tal, das durch seine Schlösser berühmt ist, geboren. Die Destillerie wird von der Familie Cointreau seit 1827 in sechster Generation betrieben. Destilliert wird er aus Schalen Kräuterzutaten. Die Orangen werden aus den von grünen und bitteren Orangen sowie aus geheimen Antillen sowie aus Marokko und Spanien importiert. Die Schalen werden mit Sorgfalt von der weißen Innenhaut abgelöst und danach nach einem alten Familienrezept destilliert. Das Destillat wird mit Zuckersirup vermengt und die Mischung wird in der Folge über längere Zeit bis zu Erreichung ihres Reifegrades gelagert.

Curacao

Curacao ist eine Abart der Pomeranze und hat eine grüne Schale. Die Curacao-Frucht besitzt ein noch ausgeprägteres, herb bitteres Aroma als die Stammfrucht, die Pomeranze selbst. Curacoalikör verdankt seinen Geschmack und sein Aroma der Schale der Frucht, die früher nur auf der westindischen Insel Curacao wuchs. Heute werden diese Früchte auch in anderen Gebieten, darunter in Südeuropa, angebaut. Man unterscheidet den blauen und weißen Curacao. Der blaue Curacoalikör (34% Vol.) gilt als der Mixlikör schlechthin, denn er gibt Cocktails und Longdrinks einen Hauch von Exotik. Die häufig auf Flaschen mit Curacao befindlichen Bezeichnungen "Sec" oder "Triple Sec" verbürgen einen größeren Gehalt an Alkohol-Volumenprozenten.

Danziger Goldwasser

Bezeichnungen wie "Danziger Goldwasser", "Goldwasser" oder ähnliche Bezeichnungen können nur für einen Gewürzlikör verwendet werden, der nach Art des zuerst in Danzig hergestellten Goldwassers bereitet ist. Diesem feinwürzigen, wasserhellen Likör werden viele Teilchen von reinem feinstverteiltem Blattgold beigegeben. Bei dem fein verteilten, zerkleinerten Blattgold handelt es sich tatsächlich um echtes Gold, das bis zu der winzigen Dicke von ungefähr 1/8000 mm ausgeschlagen wird. Ein Ersatz für das Blattgold ist nicht erlaubt. Ein unechtes Blattgold aus Messing oder Tombakblech würde man unschwer daran erkennen, dass es im Likör mit der Zeit schwarz wird. Die für das Goldwasserdestillat üblichen Aromen bestehen der Hauptmenge nach aus Zitronen- und Pomeranzenschalen, Kardamom, Koriander und Mazisblüte. Dazu treten noch kleinere Mengen von Nelken, Zimt, Kümmel, Selleriesamen, Anis und Zimtblüte; schließlich kommen auch noch geringe Zusätze von Lavendelblüten, Rosmarinkraut, Wacholderbeeren, Veilchen- und Kalmuswurzel in Betracht. Bei der Ausmischung des Likörs werden außerdem noch Rosen- und Orangenblütenwasser und auch etwas Kirschwasser zugesetzt. Mindestalkoholgehalt: 38% Vol.

Doppel

Bezeichnung wie Doppel-Korn, Doppel-Kümmel u.ä. sind für Spirituosen zulässig, die einem über den Mindestalkoholgehalt hinausgehenden Alkoholgehalt von wenigstens 38% Vol. aufweisen.

Drambuie

Es handelt sich um einen goldgelben, in Schottland bereiteten Likör aus Malzwhisky, Heidehonig und Heidekräutern.

Eierlikör

Eierlikör ist eine Zubereitung aus Alkohol, hochwertigem Eigelb, Eiweiß und Zucker oder Honig. Anstelle der Bezeichnung Eierlikör können die Bezeichnungen Advokat, Advocaat oder Avocat gewählt werden. Mindestalkoholgehalt: 14% Vol.

Enzian

Enzian, eine Spirituose des bayrischen Hochgebirges, der aber auch in den österreichischen, italienischen, schweizerischen und französischen Alpen getrunken wird, wird nicht aus den becherartigen, tiefblauen Blüten des Enzians gewonnen, die auf Flaschen und Tonkrügchen mit Enzian aufgemalt sind, sondern aus den dicken Wurzeln. Als Rohstoffe dienen in erster Linie die Wurzeln des gelben Enzians, seltener die des roten Enzians, ungarischen Enzians und punktierten Enzians, die in den süddeutschen Kalkalpen, vor allem im Bayrischen Allgäu, in den angrenzenden österreichischen Gebieten Tirols und Vorarlbergs, sowie in der Schweiz und den italienischen Südalpen verbreitet sind. Die Wurzeln des Blauen Enzians werden entgegen einer verbreiteten Ansicht nicht verarbeitet. Der Mindestalkohol beträgt 37,5% Vol. Bayrischer Gebirgsenzian ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung; deren Verwendung setzt einen Mindestalkoholgehalt von 38% Vol. voraus. Der handelsübliche Alkoholgehalt liegt mit 45 % bis 50% Vol. weit über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalkoholgehalt.

Falernum

Falernum ist ein süßer, leicht alkoholischer, auf Rum basierender Sirup, der durch Infusion mit Limettenschalen, Mandeln sowie diversen Gewürzen (z. Bsp. Nelken, Ingwer, ...) seine besondere Note erhält. Seinen Ursprung hat er auf Barbados, dort haben diverse Familien ihre eigenen Rezepturen dafür. Verwendung findet er in einigen karibischen Cocktails und Tropical-Drinks, wie z.B. Bermuda Rum Swizzle, Corn and Oil, oder dem Mai Tai in der Version von Don the Beachcomber, sowie seine 1930er 'Original' Zombie-Variante.
Marktführend ist John D. Taylor's VELVET FALERNUM, in Deutschland jedoch regulär nicht zu kaufen bzw. so gut wie gar nicht zu bekommen. Andere Marken sind/waren z.B. Fee Brothers, Sazerac oder Da Vinci Carribbean Falernum (ohne Alk.).
Neu auf dem deutschen Markt sind seit 2007 Hanschell's Falernum (Barbados) 11% Vol. und Forgotten Flavours Falernum (Hamburg).
Natürlich besteht auch die Möglichkeit ihn selbst zu machen. Rezepte für einen 'homemade falernum' finden sich im Internet z. Bsp. bei Dale Degroff oder www.cocktailchronicles.com

Fassionola

Fassionola - ähnlich dem Falernum ein Sirup der in einigen tropischen Drinks Verwendung fand. Sein Aroma erhält er unter anderem durch Orangensaftkonzentrat. Die Süsse durch einen Glukosesirup (corn syrup).

Genever

Genever ist eine vor allem in den Niederlanden hergestellte Branntweinspezialität. Man unterscheidet dort heute den oude (alten) und den jonge (jungen) Genever. Ersterer besitzt einen stark malzigen Charakter und wird unter Verwendung von relativ viel Moutwijn (sprich Mautwein) erzeugt. Moutwijn ist ein Branntwein, der aus einer Maische stammt, bei der etwa gleiche Teile von Gerstenmalz, Roggen und Mais eingemaischt werden. Jonge Genever ist ein Trinkbranntwein mit zum Teil nur schwacher Aromatisierung. Der Wacholdercharakter ist bei den niederländischen Genevertypen meist nur sehr dezent oder überhaupt nicht ausgeprägt.

Gin

Gin gehört zu den Spirituosen, die unter Verwendung von Wacholderbeeren hergestellt werden. Das Wort Gin hat den gleichen sprachlichen Ursprung wie Genever, im Gegensatz zu diesem muss der Wacholderbeergeschmack den sensorischen Gesamteindruck bestimmen. Gin hat einen Mindestalkoholgehalt von 37.5% Vol. (Ein als "Dry Gin" bezeichnetes Erzeugnis musste nach bisheriger Rechtslage einen Alkoholgehalt von wenigstens 40% Vol. aufweisen und durfte keinen Zucker enthalten; die Weitergeltung dieser Verkehrsauffassung ist fraglich.)

Gin: Old Tom Gin

Old Tom Gin gilt nach dem Genever als die ursprüngliche Form des Gins. Er war aromatisiert und leicht gesüsst. Viele Cocktail-Rezepturen des 19. Jahrhunderts gelingen ausschließlich mit ihm. Heute existiert Gin hauptsächlich als Dry Gin, auch wenn es in den letzten Jahren immer wieder Versuche gab Old Tom zu beleben, allerdings waren diese meist keine gelungenen Adaptionen des wahren Charakters von Old Tom Gin. Als sehr gelungen in der Mixibility ist der Secret Treasure Boths Old Tom Gin zu erwähnen.
Der süße und aromatische Old Tom Gin verdankt seinen Namen den früher in die Hauswände englischer Tavernen eingelassenen Spirituosenspendern, die die Form eines schwarzen Katzenkopfs ("Old Tom Cat") besaßen.
Passanten konnten durch die Augenschlitze der Katze ein paar Pennies einwerfen und bekamen dafür von drinnen eine flüssige alkoholische Gegenleistung, die sie aus einem Rohr im Mund der Katze entnehmen konnten.

Ginger Beer

Ginger Beer wird in vielen alten Longdrinks verlangt (z. Bsp. Moscow Mule, London Buck), aber leider in den meisten Bars dann durch Ginger Ale ersetzt. Jedoch sind die Unterschiede zwischen Ginger Beer und Ginger Ale riesig und es ist keineswegs ratsam Ginger Ale als Ersatz zu nutzen. Hochwertiges Ginger Beer (z. Bsp. Fentimans) wird abgefüllt, bevor der Fermentationsprozess vollständig abgeschlossen ist. Es ist kohlensäurehaltig (eingebunden, daher nicht extra zugesetzt), leicht alkoholisch, nicht so süss wie Ginger Ale und hat ein stärkeres Ingwer-Aroma.
Ginger Ale ist dagegen nur eine süsse Limonade mit minimalen Ingwer-Anleihen, der Kohlensäure zugesetzt wird.
Bekannte Ginger Beer Marken sind 'Fentimans', Fiery 'Idris' und 'Old Jamaica' Ginger Root.
Allerdings ist nur Fentimans in einer für den anspruchsvollen Gastronom akzeptablen Verpackung erhältlich.
Fiery's findet man im English-Shop und Jamaican Ginger Root in den Asia-Läden,
Fentiman's Ginger Beer allerdings nur unter 0163-2075677.

Grappa

siehe Stichwort Tresterbrand

Himbeergeist

Himbeergeist zählt zu den aromareichsten Obstspirituosen. Von allen "Geisten" hat mit Abstand der Himbeergeist, besonders aus Waldhimbeeren, die größte Bedeutung. Während für einen Himbeergeist ohne geographische Angabe der Mindestalkoholgehalt 37,5% Vol. beträgt, muss der in der EG-Verordnung geschützte "Schwarzwälder Himbeergeist" mindestens 40% Vol. aufweisen.

Jarcebinka

Fruchtsaftlikör auf Vogelbeerbasis von herbsaurem, oft bitterem Geschmack aus der Tschechoslowakei.

Kaffeelikör

In den letzten Jahrzehnten gewannen Kaffee- bzw. Mokka-Liköre schnell an Bedeutung. Angeregt wurde diese Nachfrage, weil Kaffee eine beliebte Mischzutat zum Alkohol wurde. Der Mokkalikör soll die Skala des Mischens mit Kaffee erweitern helfen. Besonders in den USA wurden Mokka-Liköre zu einem Modegetränk. Die bekannteste Marke ist der Kahlua, der in Mexiko hergestellt wird und nicht nur in ganz Amerika, sondern auch in Europa abgesetzt wird. Außer Kahlua-Mokkalikör dürfte nur noch der Likör Tia Maria weltweit im Handel sein. Tia Maria kommt aus Jamaika. Bekannt wurde außerdem die Marke Espresso-Kaffeelikör mit 30% Vol., der aus Ancona (Italien) kommt. Er hat einen stärkeren Kaffeegeschmack als die übrigen Mokkaliköre und wird aus einer Mischung Brasiliakaffee und Angolakaffee hergestellt. In Holland kennt man den Brasiliakaffee, 24% Vol., ein mit brasilianischem Kaffee aromatisierter Fruchtwein. An der Westküste Amerikas trinkt man gern Royal Hawaiian Kona Kaffee, 26% Vol., hergestellt auf Hawaii.

Kahlua

ist ein in Mexiko aus Kaffeebohnen und Tequila hergestellter dunkelbrauner Kaffeelikör mit 26,5% Vol.

Kartäuser

Kräuterlikörgattung. Die ersten Hersteller waren Mönche des Stammklosters des Kartäuserordens (Einsiedlerorden, von Bruno von Köln 1084 im Tal Chartreuse bei Grenoble gegründet), daher auch die Bezeichnung "Chartreuse".

Kirschbrand

Der Kirschbrand ist eine Spirituose aus der Kategorie Obstbrand, die ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillation von frischen, fleischigen Kirschen oder des frischen Mostes dieser Früchte - mit oder ohne Steine - gewonnen wird. Der gesamte Alkohol muss aus den vergorenen Kirschen stammen. Eine Zuckerung oder Zusatz von Alkohol anderer Herkunft stellt eine Verfälschung dar. Ein Kirschbrand kann auch als "Kirsch" oder "Kirschwasser" bezeichnet werden. Mindestalkoholgehalt: 37,5% Vol.

Kirschwasser

Auf die Frage hin, was als typisch deutsche Spirituose gelten kann, wird neben Korn und Weinbrand auch die Bezeichnung Kirschwasser fallen, wobei von vielen Befragten gleich die Wortkombination "Schwarzwälder Kirschwasser" gewählt wird. Jahrhundertelange Tradition hat Kirschwasser zum wahrscheinlich vollkommensten Erzeugnis unter den vielfältigen Obstbränden werden lassen. Wer dem nicht zustimmen kann, muss zumindest einräumen, dass Kirsch das bekannteste und beliebteste Produkt in dieser Kategorie ist. Hierzu trägt nicht nur die Güte der an sonnigen Südhängen des Schwarzwaldes gewachsenen Kirschen, sondern auch die sorgfältige Herstellung dieses Edelbranntweins bei. Erzeugnisse aus Bergkirschen der südlichen Gneis- oder Granithänge gelten für wertvoller als solche aus "Talkirschen", die auf Sandböden gewachsen sind. Ganz besonders gute Kirschwässer sollen aus dem Renchtal, aber auch aus andern Schwarzwaldtälern kommen. Wenn auch nicht bestritten werden kann, dass das Schwarzwälder Kirschwasser seinen guten Ruf zu Recht hat, so kann auf der anderen Seite nicht übersehen werden, dass ebenfalls aus guten Kirschenlagen außerhalb des Schwarzwaldes qualitativ hervorragende Kirschwässer geliefert werden. Kein Wunder, dass sich die meisten Großbetriebe, die Kirschwasser herstellen, im Schwarzwald befinden. Aber auch die "Namenlosen" verstehen es, einen guten Kirsch zu brennen. Noch Zehntausende zählen die badischen Kleinbrenner, Abfindungsbrenner und die "Stoffbesitzer". Das sind nach dem Branntweinmonopolgesetz Erzeuger, die keine eigene Brennerei besitzen, aber selbstgewonnenes Obst in der Brennerei eines anderen brennen. Der Mindestalkoholgehalt für Kirschwasser beträgt 37,5% Vol., jedoch für "Schwarzwäl'der Kirschwasser" (und "Fränkisches Kirschwasser") 40% Vol.

Klarer

Nach EG-Recht ist "Klarer" (farblos, nicht oder nur schwach aromatisiert, extraktarm) nicht als eigenständige Kategorie definiert, so dass auf dem Etikett die Verkehrsbezeichnung "Spirituose" zusätzlich geschrieben werden muss. Er wird hergestellt, indem Neutralalkohol, dem evtl. (aromatisierende) Geschmackszusätze beigegeben wurden, mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt wird.

Korn, Kornbrand

Korn gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten deutschen Spirituosen. Rund ein Viertel der deutschen Spirituosen-Gesamterzeugung ist Korn; hierbei sind noch nicht einmal all die Spirituosen gerechnet, die "mit" Korn gemacht werden (z. B. Apfelkorn, Korn-Genever). Die Gründe der Beliebtheit des Korns beim Verbraucher sind wohl im wesentlichen folgende Faktoren: Die auf eine Tradition von rd. 500 Jahren zurückgehende Verwurzelung in den Trinksitten der Deutschen und der hohe vom Gesetzgeber verlangte Qualitätsstandard sowie die Milde und Bekömmlichkeit aufgrund moderner Brennverfahren. Ein weiterer Aspekt liegt in der Tatsache, dass der Korn einmal gut zum Bier passt; und im Biertrinken sind die Deutschen "Weltmeister". Eine ganz enge Beziehung zwischen Alkoholherstellung und Landwirtschaft hat viel dazu beigetragen, dass seit rund 500 Jahren Korn ununterbrochen erzeugt und getrunken worden ist. Genau so wie der Whisky typisch für England und der Cognac typisch für Frankreich, ist der Korn typisch für uns und unser Land. Im Gegensatz zu diesen weltweit bekannten Spirituosen ist jedoch der Korn eine deutsche Spezialität geblieben, außerhalb des deutschen Sprachraumes ist er wenig verbreitet. Die Trinktemperatur ist eine Geschmacks- und Magenfrage. Doch kühl sollte Korn in jedem Fall getrunken werden, wenn auch nicht unbedingt immer nur eiskalt.
Der Mindestalkoholgehalt beträgt 32% Vol.

Kräuterlikör

Eine besondere Spezies unter den Likören stellen zweifellos die Kräuterlikören (mind. 15% Vol.) dar. Sie werden, wie der Name bereits verrät, aus Kräutern unter Zusatz von natürlichen Aromastoffen, Zucker und Wasser hergestellt. Die genaue Rezeptur der einzelnen Kräuterliköre wird wohl immer ein Geheimnis der Hersteller bleiben, aber das ist auch der Grund, warum kein einziger Kräuterlikör dem anderen gleicht. Zur Familie der Kräuterliköre gehören natürlich auch die Klosterliköre, wie Benediktiner und Chartreuse. Hierbei handelt es sich meist um sehr alte Rezepturen, die von Nonnen und Mönchen mit viel Liebe und Fachkenntnis hergestellt werden - manchmal auch nach deren Rezepten. Diese sind selbstverständlich ebenso ein streng gehütetes Geheimnis und werden (wer kann es den marketingorientierten Herstellern verübeln) entsprechend mystifizierend und absatzträchtig eingesetzt. Die weltbekannten Liköre Chartreuse und Benediktiner sind dafür ein durchaus sympathisches Beispiel. Nicht zuletzt auch ein generell gültiger Hinweis, dass es gerade bei Genußprodukten immer auch auf ein Stückchen Erlebniswelt ankommt. Die Kräuterliköre sind beliebt wegen ihrer appetitanregenden, verdauungsfördernden und wohltuenden Wirkung. Man trinkt sie gekühlt. Zum Mixen sind sie zwar weniger geeignet, aber ansonsten steht einer vielfältigen Verwendung (z. B. zur Verfeinerung bestimmter Speisen) nichts im Wege.

Kristall-Liköre

Kristalliköre sind Liköre, die Zuckerkristalle enthalten. Das Gelingen der einwandfreien Kristallbildung hängt weitgehend vom Reinheitsgrad des verwendeten Zuckers (Kandis) ab, ebenso wie auch ein ganz bestimmtes Verhältnis zwischen der verwendeten Zuckerlösung und der Spritmenge. Die Tatsache, dass die Kristallbildung den Hersteller zuweilen nicht befriedigt, hat zu der Feststellung geführt, den Kristallisationsprozess auf der Flasche und die Likörfertigstellung voneinander zu trennen. Man geht dabei von einem neutralen, aromalosen Grundlikör aus, der also nur aus Zucker, Wasser und Sprit besteht, aber noch keine aromagebenden Zutaten enthält. Erst wenn die Kristallbildung zur Zufriedenheit ausgefallen ist, wird der eigentliche Likör mit allen Ingredenzien unter Mitverwendung des aus den Flaschen wieder entfernten Grundlikörs zusammengestellt. Die Kristallisation erfolgt so langsam wie möglich. Sie soll erst dann einsetzten, nachdem die Flaschen gefüllt in Ruhe stehen, damit sich schöne, glitzernde Kristalle an möglichst vielen Stellen der Flasche bilden. Unregelmäßige Unterbrechungen sind oft nicht unerwünscht, weil man durch diese Lücken auf die gegenüberliegende Kristallfläche hindurchblicken kann und die Letztere auf der Oberfläche meist einen schöneren Eindruck macht als auf ihrer nach außen gekehrten Unterseite.

Kroatzbeere

Bezeichnung für Brombeere in schlesischer Mundart. Die Bezeichnung ist zu einer allgemeinen Beschaffenheitsangabe für Brombeerlikär geworden. Dagegen ist die Bezeichnung "Echte Kroatzbeere" einem einzigen Hersteller geschützt.

Kümmel

ist die alternative Bezeichnung für eine "Spirituose mit Kümmel". Das Kümmelaroma muss den Charakter des Erzeugnisses prägen. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 30% Vol.

Kümmel-Likör

Kümmelliköre sind Gewürzliköre mit einem Mindestalkoholgehalt von 30% Vol., die über Kümmelkörner destilliert werden (vgl. Stichwort "Allasch")

Likör

Liköre kann man im allgemeinen als stark versüßte und gewürzte Spirituosen bezeichnen. In diesen wenigen Worten ist alles enthalten, was man von Likören überhaupt sagen kann, denn sämtliche, sie mögen Namen haben, wie sie wollen, bestehen aus Alkohol, Wasser, Zucker und dem Aroma, dem ätherisch Öl, den bitteren Extrakten aus Gewürzen, Pflanzenteilen oder Fruchtsäften. Das Wort Likör ist abgeleitet von dem lateinischen Wort "liquor", das auf Deutsch "Flüssigkeit" bedeutet. Es ist bekannt, dass die Italiener bereits im Jahr 1332 süß duftende, geistige Getränke nach Paris brachten, welche sie "Liquori" nannten (franz.: "Liqueur").

Lillet

Lillet ist kein Vermouth, sondern ein Orangen-Aperitiv auf Weinbasis aus dem Bordeaux (Podensac). Die Erfinder des Lillet Blanc sind die Brüdern Paul und Raymond Lillet (circa 1887), 1962 erschuf Pierre Lillet dann eine weitere Variante, den Lillet Rouge.
Weißer Lillet ist zu 85 % aus Weißweinen der Rebsorten Sauvignon Blanc und Semillon gemacht, die mit 15 % eines Liköres aus den Schalen von spanischen Orangen, Bitterorangen aus Haiti, Limetten aus Marroko, sowie der peruanischen Chinarinde verschnitten werden. Er hat daher einen blumigen Geschmack, sowie ein Aroma von kandierten Orangen, wirkt leicht citrusartig mit einem zarten Hauch von Minze und besitzt einen goldigen Farbton.
Um dem veränderten Geschmack der Kunden gerecht zu werden, wurde 1986 das Rezept leicht verändert, von nun an war er weniger bitter.
Eine Zeit lang wurde Lillet Blanc auch unter dem Namen Kina Lillet beworben.

Noilly Prat

Noilly Prat ist ein französischer Wermutwein (Vermouth). Bild: Noilly Prat Blanc.

Magenbitter

Die Magenbitter sind Spirituosen, die wegen ihrer verdauungsfördernden und wohltuenden Wirkung bevorzugt werden. Die günstige Wirkung auf die Magen- und Darmtätigkeit wird durch ausgesuchte Kräuter, Gewürze und Aromen hervorgerufen. Magenbitter besteht nämlich aus bitteraromatischen Kräutern, Fruchtauszügen, Extrakten und ätherischen Ölen. Der Alkoholgehalt beträgt häufig mehr als 40% Vol. Vorgeschrieben sind nach den Europäischen Begriffsbestimmungen mind. 15% Vol.

Malt-Whisky

ist der ursprüngliche "Scotch Whisky" und damit neben dem irischen der älteste Whisky der Welt. Er wird aus gegorener Gerstenmalzmaische durch zweimalige Destillation im sog. "pot still"-Verfahren hergestellt und anschließend in Wildkirsch-, Apfel- oder Steineichenholzfässer gelagert. Lagerdauer meist 8 bis 12 Jahre.

Mandellikör

bekannt auch unter der Bezeichnung "Amaretto", wird aus speziellen Mandeln und verschiedenen Kräutern hergestellt.

Maracuja

Maracuja ist ein Fruchtsaftlikör, der hergestellt ist aus der Passionsfrucht (Passiflora), einer tropischen Pflanze, die in zahlreichen Variationen vorkommt. Die Früchte liefern einen intensiv-aromatischen, sehr feinfruchtigen säuerlichen Saft, angenehm erdbeerartig mit pfirsichartigem Nachgeschmack. Im Maracuja-Likör muss als wesentlich geschmacksbestimmender Anteil der Saft der Passionsfrucht enthalten sein. Hierdurch sind der - erlaubten - Verwendung weiterer Fruchtsäfte und natürlicher Aromastoffe Grenzen gesetzt. Der Gehalt an Fruchtsaft muss bei Maracuja-Likör - wie bei allen Fruchtsaftlikören - mindestens 20 l je 100 l Fertigware betragen. Die Färbung mit Farbstoff - gleich welcher Art - ist unzulässig

Maraschino

Maraschino oder Marrasquino ist ein farbloser Likör, dessen Aroma überwiegend durch Verwendung des Destillats der Maraskakirsche (wildwachsende Kirsche der Wälder von Dalmatien - Küstenlandschaft im ehem. Jugoslawien an der Adria) und/oder aus dem Destillat der in Alkohol eingemaischten Kirschen und/oder eines Teils dieser Frucht stammt.
Besonders empfehlenswert ist der Maraschino von Luxardo (Vertrieb in de durch viani.de).

Mocca-Likör

Ein als Mocca-Likör bezeichnetes Erzeugnis muss sich von anderem Kaffee-Likör durch besonderen Aromareichtum und besondere Geschmacksfülle unterscheiden. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 15% Vol. Siehe Stichwort "Kaffeelikör".

Obstler

Bezeichnung für einen Obstbrand aus Kernobst.

Obstwasser

siehe Stichwort Obstler

Ouzo

Ouzo (sprich Uzo) ist eine farblose, typisch griechische Spirituose. Ein Bestseller aus Griechenland war jahrelang der "Ouzo 12" dessen Geschichte 1880 in Konstantinopel begann. Damals wurde Ouzo aus großen Holzfässern abgezogen und verkauft. Diese Fässer wurden nummeriert, um die verschiedenen Sorten und Qualitäten zu unterscheiden. Bald hatten die Kenner Ouzo aus dem Fass Nr. 12 ausgewählt, und so wurde dieser Ouzo unter dem Namen "Ouzo 12" verlangt. Im Jahre 1919 zog die Firma Kaloyannis nach Athen, wo auch die zweite und dritte Generation die Produktion von "Ouzo 12" mit dem Originalrezept und dem gleichen Erfolg fortgesetzt hat. "Ouzo 12" wird zweifach destilliert. Sein Geschmacksgeheimnis liegt in der Mischung seltener Kräuter, die ihm neben Anis sein unverkennbares Aroma verleihen. Die Europäische Spirituosenverordnung schützt die Bezeichnung "Ouzo" als besondere "Spirituose mit Anis". Sie muss aber ausschließlich in Griechenland hergestellt sein. Mit dieser Bezeichnung dürfen sowohl deutsche Spirituosenhersteller als auch Griechen, die in Deutschland einen Betrieb eingerichtet haben, diese Spirituose nicht in den Verkehr bringen. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5% Vol. Ouzo wird überwiegend pur, auf Eis oder mit einem Schuss gekühltem Mineralwasser (ohne Kohlensäure) getrunken.

Pacharán

Eine spanische Obstspirituose, die durch Einmaischen von Schlehen mit ein Mindesteinwaage an Frucht (250 g/l r. A.) gewonnen wird.

Palo

Unter dieser Bezeichnung wird in Spanien ein Likör verstanden, der unter Verwendung von Johannisbrot (Hülsenfrucht des Johannisbrotbaumes, in Mittelmeerländern heimisch) hergestellt wird.

Parfait d'Amour

ein in Frankreich und den Niederlanden bekannter Likör mit einem aus Veilchen stammenden Blütenaroma und exotischen Zutaten.

Pastis

Eine Spirituose mit Anis, die natürliche Extrakte aus Süßholz enthält. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 40% Vol.

Pfirsichbrand

Pfirsichbrand bzw. Pfirsichgeist trifft man relativ selten an. In der Brennerei werden nur Überschussobst bzw. angefaulte oder sonstwie beschädigte Früchte, die für den Frischverzehr nicht absetzbar sind, verarbeitet. Pfirsichbrand riecht und schmeckt frisch und fruchtig wie ein edler Steinobstbrand. Das Pfirsicharoma tritt nicht ausgeprägt in Erscheinung. Merklicher aber auch nicht besonders ausgeprägt tritt das Pfirsicharoma im Pfirsichgeist hervor. Er schmeckt fruchtiger und lieblicher, wenn auch etwas einförmiger als Pfirsichbrand. Die Wirtschaftlichkeit der Herstellung ist bei Pfirsichgeist eher gegeben als bei Pfirsichbrand.

Pfirsichlikör

Peppino Peach - dänischer Pfirsichlikör mit 15% Vol.

Picon

Die 1887 in Philipeville gegründete Firma wurde schnell weltbekannt durch ihren Amer Picon (amer-bitter). Gaeton Picon erfand das Rezept und gab dem Getränke seinen Namen. Orangenschalen, Enzian und Chinarinde sowie viel Herstellertalent geben dem Picon seinen besonderen Geschmack. Sein Alkoholgehalt beträgt 21% Vol. Seine Nachkommen, der Picon rouge, blanc und dry, sind wohl nur noch den versierten Gastronomen vertraut. Dies sind zwar keine Liköre, sondern Aperitifs, mussten aber der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Ein selten gewordener Likör ist der Curacao-Picon. In Frankreich trinkt man ihn als Digestif, als Verdauungsschluck, und verwendet ihn in Cocktails und für die Verfeinerung vieler Desserts. Der Curacao-Likör Picon lagert mehrere Monate in großen Holzfässern, die ihm einebesondere Feinheit geben. Er wird meist in einer Schmuckflasche angeboten und hat einen Alkoholgehalt von 40% Vol. In guten Cocktailbars sind meist Picon Club als auch Picon bière anzutreffen. Ihr Alkoholgehalt liegt bei 18% Vol.

Pisco

Pisco wird auch häufig als südamerikanischer Branntwein bezeichnet. Heimisch ist er im nördlichen Südamerika. In Peru und Ecuador ist es ein klarer Schnaps aus Zuckerrohrsaft. In Chile und Argentinien wird er aus Traubensaft-Trester destilliert. Pisco ist also sowohl ein dem Grappa verwandtes Destillat, als auch ein Tresterbranntwein. Pisco ist entweder ein Tresterbranntwein aus der Muskateller-Traube oder ein Destillat aus Zuckerrohrsaft.
Bekannte Marken sind: Pisco Control, Demonio de Los Andes, Capel, Pisco Tradicional.

Raki

Raki ist eine hauptsächlich in der Türkei hergestellte und weit verbreitete Anisspirituose. Er ist wasserhell und stark aromatisiert. Hergestellt wird er fast nur aus getrockneten Weinbeeren (Rosinen), aber auch aus getrockneten Feigen. Der Alkoholgehalt schwankt zwischen 45% Vol. (Yeni-Raki - neuer Raki) und 50% Vol. (Külup-Raki und Altinbas-Raki). Raki wird mit Eiswasser, Mineralwasser oder "on the rocks" getrunken.

Rum

Rum ist eine in den Tropen aus Zuckerrohr (Rohrmelasse) oder Rückständen der Zuckerrohrverarbeitung gewonnene Spirituose. Die wichtigsten und bekanntesten Herstellungsgebiete von Rum sind: Jamaika, Indien, Bahama-Inseln, Barbados, Trinidad, Jungfern-Inseln, Guadeloupe, Martinique, Puerto-Rico, Guayana, Kuba, Madagaskar, Réunion und Mauritius.

Sake

Sake (sprich. Sahke) oder auch Reiswein genannt, ist ein in Japan (und China) aus Reis hergestelltes alkoholisches Getränk von hellgelber Farbe, angenehm duftend, mit eigenartigem Gärungsbukett und leicht säuerlichem Geschmack, der dem Arrak ein wenig ähnelt. Dieses Getränk soll in Japan schon vor zweieinhalb Jahrtausenden hergestellt worden sein. Sake enthält 16 - 17% Vol. Er ist trotz des Namens mit einem Wein auch nicht annähernd zu vergleichen. Sake wird meist warm getrunken. Man gießt den Inhalt einer Flasche Sake in einen Krug, japanisch "Choshi" genannt, welcher dann in kochendes Wasser getaucht wird, bis die Temperatur des Sake ca. 45° erreicht hat. Der erwärmte Sake wird nun in eine kleine Porzellantasse, genannt "Sakazuki", oder in ein kleines Glas gefüllt und langsam, während er noch warm ist, genippt. Sake kann auch kalt getrunken werden. Im Sommer stellt man ihn in den Kühlschrank, und so entsteht ein erfrischendes Getränk von ganz eigenem Aroma.

Sambucca

Sambuca ist ein farbloser mit Anis aromatisierter Likör, der ein Destillat von grünem Anis und/oder Sternanis und evtl. anderen Kräutern enthält. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 38% Vol. Sambuca de Cesarie und Sambuca Extra sind aus Italien stammende weiße d.h. farblose Holunderbeer-Fruchtaromaliköre mit zusätzlichem Anisgeschmack und einem Alkoholgehalt von 40% Vol. Ein Farbloser als "Sambuca Romana" bezeichneter Likör weist ebenfalls einen Anisgeschmack auf und wird unter Verwendung von Holunderblütendestillat hergestellt.

Schlehenbrand

Schlehenbrand bzw. Schlehengeist trifft man nicht sehr häufig im einheimischen Spirituosensortiment. Es handelt sich aber um Spirituosen, die durchaus ansprechend sind. Während Schlehenbrand (Schlehenwasser) etwas an Kirschwasser erinnert, weisen Schlehengeister ein schwaches, pflaumenbrandähnliches Aroma auf.

Schwarzwälder Kirschwasser

Schwarzwälder Kirschwasser ist eine Herkunftsbezeichnung. Ein Kirschwasser darf nur dann als Schwarzwälder Kirschwasser bezeichnet werden, wenn es im Schwarzwald aus Kirschen des Schwarzwaldes und seines nahe gelegenen Vorlands hergestellt wurde. (siehe Stichwort Kirschwasser)

Schwedenpunsch / Swedish Punch

Swedish Punch ist eine schwedische Spezialität auf Arrakbasis, die für viele klassische Cocktails benötigt wird. Schweden Punsch wird aus Arrack, Zitronensaft, Zucker, Wasser und Gewürzen zubereitet.
Wir empfehlen besonders den Swedish-Punch von Forgotten Flavours.

Slibowitz

Slibowitz ist ein aus Serbien stammender Obstbrand, der aus dunkelblauen Zwetschgen (bzw. Pflaumen) hergestellt wird. Die Bezeichnung leitet sich vom serbischen "sliva" (= Pflaume) ab. Und deshalb heißt auf der ganzen Welt diese Spirituose Slijivovica bzw. Slivowitz oder Slibowitz (böhmisch). Die Sudetenländer sagen Slikowitz. Der größte Zwetschgenproduzent Europas ist das ehem. Jugoslawien. Von dort kommt auch der Rohstoff für den Slibowitz, die weltberühmte bosnische Zwetschge, die Pozegaca. Sie ist die zuckerreichste Zwetschge. Durch die längere Lagerung des Destillats in Eichenholzfässern, wo der Slibowitz Tannin, Lignin, Säuren und Pentosen aufnimmt, erhält er seine gelbliche Tönung. Mindestalkoholgehalt: 37,5% Vol.

St-Germain Elderflower Liqueur

St.Germain ist ein wunderbarer, französischer Holunderblüten-Likör, der komplett ohne Konservierungsmittel auskommt und aus Holunderblüten (handgepflückt) gemacht wird. Er hat einen unvergleichlichen Geschmack und kommt mit weniger Zucker aus als üblich. Ein idealer Begleiter zum Champagner oder Gin und ein Veredler vieler bekannter Cocktailvarianten, z. Bsp. Gimlet, Margarita, Martini,...
Er wird in einem wunderschönen Flacon angeboten, aber ist leider in Deutschland nicht zu kaufen (zuweilen aber erhältlich in der Triobar).

Steinhäger

Er gehört nach den Europäischen Begriffsbestimmungen zu der Kategorie "Spirituosen mit Wacholder". Der Steinhäger trägt seinen Namen von dem ursprünglichen Herstellungsort, einem schmucken Städtchen am Südhang des Teutoburger Waldes in Nordrhein-Westfalen, einem Landstrich, wo es viel Wacholder gibt. Hier in Steinhagen hat man erstmalig ein Getränk hergestellt, das wegen seiner ausgezeichneten Qualität und des ansprechenden Geschmacks weit über das engere Erzeugungsgebiet hinaus Verbreitung fand und zur Unterscheidung von anderen Spirituosen mit dem Namen seines Herkunftsortes bezeichnet wurde. Die sprichwörtliche Bekömmlichkeit des Steinhägers, der aus einwandfreien Rohstoffen hergestellt ist, hat ebenfalls viel zu seiner Verbreitung beigetragen. Der Alkoholgehalt beträgt 38% Vol.

Stonsdorfer

Ursprüngliche Herkunftsbezeichnung für einen in Stonsdorf im Riesengebirge hergestellten Typ von Bitterlikör. Jetzt Gattungsbezeichnung. Die Bezeichnung "Echter Stonsdorfer" ist einem einzigen Hersteller geschützt.

Subrowka

In Polen beliebte Spirituose mit einem Alkoholgehalt von 40 % bis 55% Vol, die sich von Wodka durch eine leichte Aromatisierung mit dem cumarinhaltigen Büffelgras (Mariengras) unterscheidet.

Tequila

Mexikanische Branntweinspezialität, bezeichnet nach der Ortschaft Tequila im Bundesstaat Jalisco. Tequila wird aus dem Saft der blauen Maguey-Agave (Agave tequilana Weber Azul) hergestellt. Er darf -im Gegensatz zum Mescal- nur in bestimmten mexikanischen Bundesstaaten produziert werden. Hochwertiger Tequila besteht aus 100% Agave, minderwertiger sind die s.g. Mixtos die laut Gesetz nur mind. 51 Prozent Agavenextrakt enthalten müssen - ihnen wird Fremdzucker zugegeben.

Topinambur

Topinambur wird überwiegend in den badischen Erzeugungsgebieten sehr geschätzt, wo er vor allem in den bäuerlichen Kleinbrennereien hergestellt wird. Er duftet fruchtig und hat einen zwar intensiven aber angenehmen leicht erdigen Geschmack, der entfernt an Enzian erinnert. Dem Topinambur wird eine wohltuende Wirkung auf den Magen nachgesagt. Der Rohstoff, aus dem die Spirituose gewonnen wird, ist die Knolle der Topinamburpflanze - eine alte, aber wenig bekannte Kulturpflanze der Indianer aus vorkolumbianischer Zeit. Mindestalkoholgehalt: 38% Vol.

Tresterbrand

Tresterbrand oder Trester wird aus vergorenen Traubentrestern hergestellt. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5% Vol. Tresterbrand ist besonders verbreitet in Italien ("Grappa") sowie in Frankreich und der Schweiz ("Marc"). Das Erzeugnis muss als "Trester" oder "Tresterbrand" bezeichnet werden, beim italienischen Produkt genügt die Angabe "Grappa".

Tzuika

Tzuika ist ein rumänischer Pflaumenbrand mit einem Alkoholgehalt von etwa 45% Vol. Er wird aus vollreifen, süßen und fleischigen Früchten - einer speziellen Pflaumenart, die in Rumänien nur für die Herstellung dieser Spirituose verwendet wird - gebrannt. Seine goldgelbe Farbe und das abgerundete fruchtige Bukett verdankt der Tzuika einer vieljährigen Lagerung in Eichenholzfässern. Der auf dem deutschen Markt zu Verkauf kommende Tzuika ist 10 Jahre alt. Die besten Tzuikas kommen aus den Gebieten von Buzau, Valenii de Munte, Pitesi, Cimpulung und dem Mures-Tal. In Rumänien trinkt man Tzuika zum Kaffe oder vor und während einer üppigen Mahlzeit.

Vanille-Likör

Als "Vanillelikör" wird nur ein Likör bezeichnet, bei dessen Herstellung ausschließlich Vanilleschoten, kein Vanillin, verwendet worden sind. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 15% Vol

Wacholder

Ein Erzeugnis aus der Kategorie "Spirituose mit Wacholder". In Deutschland traditionell hergestellt aus Sprit und/oder Korndestillat unter Zugabe von Wacholderdestillat und/oder Wacholderlutter, aber ohne Zugabe von Wacholderöl. Wacholderdestillat wird gewonnen durch Destillation von Wacholderbeeren nach Überziehen mit Alkohol. Wacholderlutter wird das Destillat aus vergorener Wacholderbeermaische genannt, das einem Alkoholgehalt von höchstens 15% Vol. aufweist. Andere würzende Stoffe dürfen mit verwendet werden, doch muss der Geschmack nach Wacholderbeeren wahrnehmbar sein. Der Mindestalkoholgehalt ist mit 32% Vol. festgelegt.

Waragi

Waragi ist ein Brand aus Bananen, der in Uganda heimisch ist.

Weinbrand

Weinbrand (heute Synonym für Brandy) ist eine Spirituose die aus Branntwein mit oder ohne Weindestillat, das zu weniger als 94,8% Vol. destilliert ist, gewonnen wird, sofern dieses Destillat höchstens 50 % des Alkoholgehalts des Fertigerzeugnisses nicht übersteigt und die in Eichenholzbehältern mindestens ein Jahr oder aber mindestens sechs Monate, wenn das Fassungsvermögen der Eichenfässer unter 1000 l liegt, gereift ist. Der Mindestalkoholgehalt für "Deutschen Weinbrand" wurde auf 38% Vol. festgelegt, im übrigen 36% Vol.

Whisky/Whiskey

Das Wort Whisky stammt aus dem Gälischen und bedeutet Lebenswasser. Schottischer (Scotch) Whisky wird aus Gerstenmalz und/oder aus ungemälztem Getreide und Gerstenmalzzusatz gewonnen, man unterscheidet demnach Malt Whisky und Grain Whisky, der in seinen Eigenschaften dem Korn verwandt ist. Im allgemeinen werden Malt und Grain Whisky zum Blended Whisky zusammengestellt. So unterschiedlich die Herstellungsarten von W. sind, so unterschiedlich sind auch die Trinkgewohnheiten in den Ländern bzw. der Arten von Whisky: Der irische Whisky sollte zimmerwarm und pur getrunken werden. Nord- und südirischer W. eignen sich in gleicher Weise vorzüglich für Irish Coffee. Nordirischer W. wird wegen seiner besonderen Milde oft besonders gern wie Scotch "on the rocks" mit Wasser oder Soda getrunken. Einzelne Marken von südirischem Whiskey sind zum Purtrinken fast zu kräftig.

Bourbon Whisky

eignet sich hervorragend zum Mixen; er ist milder als irischer oder schottischer Whisky. Nach USA-Methode wird er am liebsten mit Eisstückchen getrunken. Andere schwören darauf, dass Eis-Whisky nicht seinen schönen, vollen Rauchgeschmack entfaltet.

Kanadische Whiskys

sind zum Mixen geeignet. Von allen Typen haben sie den leichtesten und zartesten Geschmack. Darum dringt er bei Mischgetränken nicht so stark durch wie Bourbon. Die 6-8 Jahre alten Premium-Whiskys sollten pur und zimmerwarm getrunken werden.

Scotch

hat den bekannten rauchigen Geschmack, wobei es auf die Art des Blendens ankommt, ob der Whisky besonders kräftig oder etwas zarter und milder ist. Scotch sollte auch hier nicht mit Eis getrunken werden. In Schottland trinkt man ihn bei Zimmertemperatur. Manchmal wärmt man ihn auch etwas an, um das Aroma besser zur Geltung zu bringen. Der Schotte trinkt ihn meist pur oder höchstens verdünnt mit der gleichen Menge Leitungswasser (Hochland-Moorwasser für diesen Zweck ist nämlich für die "Kenner" aus Übersee gedacht). Als Trinkgefäße zieht er die Kelchgläser den in England und auf dem Kontinent üblichen zylindrischen "Whiskygläsern" vor. Mindestalkoholgehalt: 40% Vol.

Williams- Birnenbrand

Die Bezeichnung Williams-Birnenbrand oder Williams ist einem Erzeugnis vorbehalten, das ausschließlich aus Birnen dieser Sorte gewonnen wird. Die Mitverwendung anderer Birnen und der Zusatz von Alkohol anderer Art stellen Verfälschungen dar. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5% Vol.

Wodka

(russisch: Wässerchen) ist eine Spirituose, die aus Äthylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs entweder durch Rektifikation oder durch Filtrieren über Holzkohle - gegebenenfalls mit anschließender einfacher Destillation - oder durch eine gleichwertige Behandlung gewonnen wird, welche die organoleptischen Merkmale der verwendeten Ausgangsstoffe selektiv abschwächt. Durch Zusatz von Aromastoffen können dem Erzeugnis besondere organoleptische Eigenschaften, insbesondere ein weicher Geschmack, verliehen werden.

Zwetschgenbrand

Eine Edelspirituose der Kategorie Obstbrand aus vergorenen Zwetschgen. Anstelle der Bezeichnung Zwetschgenbrand kann er auch die Bezeichnung Zwetschgenwasser tragen.