Die Geschichte des Alkohols |
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Ein kleiner Einblick in die wechselhafte und spannende Geschichte vom engen Miteinander von Mensch und AlkoholDie Herkunft des NamensDer Name Alkohol entstammt dem Arabischen "al'khol" und bezeichnet ursprünglich eine aus Antimon bereitete Augenschminke, bedeutet jedoch eigentlich "Etwas Feines" im Sinne eines Auszugs von etwas Größerem, dem Ausgangsmaterial für die Destillation. Der Name kann jedoch auch aus der Nachsilbe "-kaly" hervorgegangen sein, die soviel wie "braten oder rösten" bedeutet und somit ebenfalls auf die Destillation hinweist. Der Genuss von AlkoholAlkoholhaltige Speisen dürften so alt sein wie die Menschheit. Durch Konsum überreifer Früchte, die bereits in Gärung übergegangen waren, wurde - eher zufällig - Alkohol konsumiert. Die gezielte Herstellung alkoholhaltiger Getränke ist in allen Kulturen verbreitet und spiegelt deren kulturelle und religiöse Eigenheiten ebenso wieder wie die geografischen und soziologischen Gegebenheiten. Vor- und FrühgeschichteBereits in der Mittelsteinzeit 10000 bis 5000 v. Chr. beginnt mit der Entwicklung der Bodenbauern und Viehzüchtern die Herstellung alkoholischer Getränke, die als Nahrungsmittel Verwendung fanden. In Tibet wurde aus Gerste Bier gebraut, die Germanen vergoren Honig zu Met und Viehzüchter-Nomaden vergoren Stutenmilch.
Mit der Entwicklung des Ackerbaus standen alkoholische Getränke in größerem Umfang zur Verfügung. Alkohol wurde wichtiges Nahrungsmittel, ist jedoch auch als die wohl älteste Droge zu religiösen Riten verwendet worden. Aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. existiert von den Summerern das "monument bleu", das die Göttin Nina bei der Zubereitung von Opferbier zeigt. Aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. stammen Belege aus Ägypten, die die Wein- und Bierherstellung darstellen. Osiris selbst soll die Ägypter Weinanbau und Bierherstellung gelehrt haben. Die Biere dieser Zeit waren von süßlichem Geschmack, mit Safran, Myrthe und Anis gewürzt und von geringer Haltbarkeit. Die Geschichte des MetsIn waldreichen Gebieten stand Bienenhonig als Ausgangsmaterial zur Met-Herstellung reichlich zur Verfügung. Bereits die Germanen kannten und schätzten Met als "Geschenk der Götter", ebenso wie in den Kulturen der Mayas. Für rituelle Anlässe wurde er mit halluzinogenen Zusätzen versehen. Die "Edda" beschreibt verschiedene Sorten von Met: zur ekstatischen Wirkung, zur Verstärkung von Wut und Kraft, als Aphrodisiakum. Zu Zeiten Karls des Großen wurde Met in den Klöstern als Heilmittel verwendet. Mit dem Aufkommen des Bieres und des Weines geriet der Met fast in Vergessenheit. Die Geschichte des WeinesBereits der griechische Philosoph Homer beschreibt in der "Odyssee" Zechgelage und ekstatische Feste zu Ehren des griechischen Weingottes Dionysos. Auch die Römer ehrten ihren Gott des Weines, Bacchus, mit ausgiebigen Gelagen, den Bacchanalien. Der Wein war bei den Römern nicht nur Sakralgetränk, Nahrungs- und Genussmittel, sondern wurde bereits wegen seiner medizinischen Wirkung innerlich und äußerlich (zur Desinfektion) angewendet. Cäsars Soldaten mussten täglich ein Liter Wein zur Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten trinken. Im Mittelalter erlebte der Weinanbau unter der Regentschaft Karls des Großen seine Blütezeit, aber auch erste Alkoholprobleme. So war es sowohl Richtern als auch Klägern und Zeugen verboten, in trunkenem Zustand vor Gericht zu erscheinen. Die Geschichte des BieresIn den kühleren Regionen Nordeuropas, in denen kein Weinanbau möglich war, wurden stattdessen aus gemälzter Gerste, Wasser und Hefe Vorläufer des heutigen Bieres hergestellt. Die ersten Biere waren nur kurzfristig haltbar. Als Stabilisierungsmittel wurde Ochsengalle und Bilsenkraut zugesetzt. Letzterer Zusatz gab dem Pilsener vermutlich seinen Namen. Haltbares Bier wurde erst mit dem Zusatz von Hopfen erhalten, das im 15. Jahrhundert durch Händler aus Flandern und Holland eingeführt wurde. Diese herbbittere Biersorte verdrängte bis zum 18. Jahrhundert die ungehopften Sorten fast vollständig. Die M&öuml;nche der Klosterbrauereien verfeinerten die Braukunst bis zur Perfektion. Hochprozentige SpirituosenDurch Gärung mittels Hefen sind nur Alkoholgehalte von ca. 14 Vol% erzielbar, da die Hefezellen bei höheren Alkoholkonzentrationen absterben. Hochprozentiger oder gar reiner Alkohol war erst mit der Erfindung der Destillation möglich, die eine Anreicherung von Alkohol durch Ausnutzung des Siedepunktsunterschiede von Alkohol und Wasser durch Verdampfen und anschließendes Kondensieren darstellt. Bereits 300 v. Chr. beschreibt Aristoteles die Destillation, die jedoch in erster Linie zur Entsalzung von Meerwasser diente. Die Technik der Weindestillation ist aus dem 11. Jahrhundert überliefert (Universität Salerno). Nennenswerte Mengen hochprozentiger Spirituosen wurden später in dem Klöstern hergestellt. Es entstanden Rezepte zur Herstellung von Obstschnäpsen, Weinbrand, Whisky sowie Likören. Erste medizinische Anwendungen beruhen auf der desinfizierenden Wirkung des Alkohols durch äußerliche Anwendung, die bereits im 13. Jahrhundert durch Arnaud de Villeneuve belegt sind. Die Schattenseiten des AlkoholDem Rausch verfallen
Alkohol als Rauschdroge ist so alt wie die Menschheit selbst. Noch bevor der erste Mensch sich seiner selbst bewusst wurde, nutzten die Primaten den Alkohol (wenn auch eher zufällig und passiv) zu Rauschzwecken. Dieses Verhalten kann auch heute noch in Afrika bewundert werden, wenn Elefanten und Affenherden zu Bäumen pilgern , deren Früchte regelmäßig in hochreifem Zustand zu Boden fallen und dort aufgrund des hohen Zucker- und Wassergehaltes vergären.
Die physiologischen AuswirkungenEthanol wirkt bereits in kleinen Dosen auf das zentrale Nervensystem. Unterhalb von 0,2 ‰ wird eine enthemmende Wirkung mit Steigerung der Redseligkeit beobachtet. Ab 0,3 ‰ kommt es zu ersten Beeinträchtigungen, wie der Einschränkung des Sehfeldes und Problemen bei der Entfernungs-einschätzung, ab 0,5 ‰ zu einem deutlichen Nachlassen der Reaktionsfähigkeit (Reaktionszeit), insbesondere auf rote Signale (Rotlichtschwäche). Ab 0,8 ‰ treten erste Gleichgewichtsstörungen auf, das Gesichtsfeld ist eingeengt (Tunnelblick), deutliche Enthemmung. Im Bereich von 1,0 bis 1,5 ‰ treten Sprachstörungen auf, Risikobereitschaft und Aggressivität steigen. Bei 2,0 bis 2,5 ‰ starke Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, lallende Aussprache. Oberhalb von 2,5 ‰ kommt es zur Bewusstseinseinträbung, Lähmungserscheinungen, Doppeltsehen und Ausschaltung des Erinnerungsvermögens. Bei Lähmung des Atemzentrums ab ca. 3,5 ‰ tritt ein lebensbedrohlicher Zustand ein, der zu Koma oder Tod führen kann. Auf das Herz-/Kreislaufsystem wirkt Alkohol anregend durch Erhöhung der peripheren Durchblutung, die Haut wird gerötet und gibt mehr Wärme ab (Bei Alkoholikern besteht die Gefahr des Erfrierens!). Bei dauerhafter Erweiterung der Blutgefäße kommt es zu einer bleibenden Aussackung der Gefäße ("Schnapsnase"). Die erhöhte Nierendurchblutung führt zu einer verstärkten Harnausscheidung (Diurese). Die Leber wird zur Entgiftung stark beansprucht, es kommt insbesondere bei permanenter Alkoholaufnahme zur Störung des Leberstoffwechsels, die zur Fettleber und schließlich zur Leberzirrhose führen kann. Da Alkohol Schleimhäute und Speicheldrüsen schädigt, steigt durch regelmäßigen Alkoholkonsum (insbesondere bei hochprozentigen Spirituosen) das Risiko von Mund-, Rachen-, Kehlkopf- und Speiseröhrenkrebs. Als Schädigung des peripheren Nervensystems kommt es zur Polyneurotapie. ...sogenannte Promille-KillerNahrungsergänzungsmittel nach EG-Recht lebensmittelrechtlich zugelassene Produkte als Kapseln, Pulver oder Limonade. Die beabsichtigte Wirkung, nämlich die Absenkung des Blutalkoholspiegels durch beschleunigten Abbau des Alkohols ist bislang bei keinem Produkt wissenschaftlich nachzuweisen. Da im Falle der Wirksamkeit Körperfunktionen beeinflusst werden, müsste eine Zulassung nach dem Arzneimittelgesetz erfolgen. Die Limonaden- oder Pulverpräparate enthalten als Hauptkomponente Fructose (Fruchtzucker) in sehr hoher Konzentration zusammen mit Ascorbinsäure (Vitamin C), die Limonaden oft zusätzlich Chinin. Bekannte Nebenwirkungen derartiger Präparate sind Durchfall, Übelkeit und Brechreiz, in einigen Fällen wurden kollapsähnliche Symptome beobachtet. Als "Wirkung" wird die Herabsetzung des Gipfelpunkts der festgestellten BAK bzw. neuerdings der AAK umgedeutet in einen "beschleunigten Abbau". Die tatsächlich zu beobachtende Absenkung der Alkoholkonzentration ist jedoch lediglich auf eine Verzögerung der Resorption bzw. auf Verdünnungseffekte zurückzuführen, die zu einer Abflachung der BAK-Kurve führen. Von einem beschleunigten Abbau könnte nur dann gesprochen werden, wenn der zeitliche Abbau (Maßstab ist der stündliche Abbauwert ß60) deutlich erhöht wird. Die in Kapselform angebotenen Präparate enthalten pflanzliche Extrakte, die "in der besonderen Kombination" den gewünschten Effekt versprechen, aber leider auch nicht mehr. |
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